Gewinnspiel zum heutigen Welttag des Buches – 23. April

Liebesgeschichte_Bild

Nach dem großartigen Erfolg der  Aktion „Blogger schenken Lesefreude“ im letzten Jahr, verlose ich auch in diesem Jahr wieder tolle Bücher. Diesmal nehme ich sogar gleich mit zwei Blogs teil – beruflich & privat. Schaut also auch gerne hier vorbei. 

An dieser Stelle verlose ich eine wunderschöne Liebesgeschichte oder so was, obwohl ich eigentlich gar nicht so der Liebesgeschichten Typ bin.  Aber vermutlich liegt es an dem „oder so was“, dass mich diese Geschichte so komplett für sich eingenommen hat und an der sensationellen Sprache, der ich verfallen bin. Weiterlesen „Gewinnspiel zum heutigen Welttag des Buches – 23. April“

Welttag des Buches

Blogger_Lesefreude_2014_Logo

Morgen – am Welttag des Buches –  verlose ich hier in meinem Blog wieder ein tolles Buch. Welches Buch verrate ich noch nicht, aber so viel sei gesagt, es ist eine ganz wunderbare Liebesgeschichte…oder auch nicht. 🙂

Bis Morgen dann, ich freue mich auf Euch! #lesefreude #blogdenwelttag

 

P.S. Und auch in meinem beruflichen Blog verlose ich ein klasse Buch, schaut auch hier vorbei!

Der Erste Weltkrieg und die Sehnsucht nach der Unschuld

Cover

 

Seit dem Bestseller von Christopher Clark „Die Schlafwandler“ können wir Deutschen den 100. Jahrestag zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs recht locker begehen. Wenn man angesichts der über 17 Millionen Opfer das Wort „locker“ überhaupt verwenden darf.

Aber in der Tat ist es so, dass der Historiker Christopher Clark, in seiner fast 1000 Seiten starken Studie, die Deutschen von Ihrer bis dato ausgemachten Verantwortung für den Großen Krieg freispricht. Von seinem Buch wurden alleine in Deutschland seit Erscheinen schon mehr als 160.000 Exemplare verkauft und  ist seitdem in den Top Ten aller Bestsellerlisten zu finden. Das zeigt, wie tief  dieses deutsche Kriegs-Trauma lange Zeit wohl schmerzte.   Weiterlesen „Der Erste Weltkrieg und die Sehnsucht nach der Unschuld“

Weltbild und die Folgen…

weltbild

Die Weltbild Insolvenz und die möglichen Auswirkungen für die Branche – hier mein Interview im Buchreport:

Buchhändlerin Anja Urbschat über die Weltbild-Insolvenz Kann Buchhandel überhaupt Onlinehandel?

 

Wie schätzen Sie die Situation bei Weltbild ein?

Ich bin unsicher, ob sich die Situation bei Weltbild von außen überhaupt seriös einschätzen lässt. Der stationäre Handel soll nicht betroffen sein, dies wird zumindest von Unternehmensseite kommuniziert. Ein kleiner Branchen-Seitenblick auf die Insolvenz der Baumarktkette Praktiker und der „eigentlich nicht betroffenen“ und gesunden Max Bahr Läden zeigt, was von solchen Einschätzungen zu halten ist. Selbst die Lage der Hugendubel Läden ist unklar, scheinbar hat es ja gerade Anstrengungen gegeben, sich von Weltbild wieder abzukoppeln – der Insolvenzantrag kam dann aber doch zu schnell. Weiterlesen „Weltbild und die Folgen…“

Mega oder Meta? – Ich nenn sie Heinz!

Metadaten

Eines der meist beachteten Themen auf den diesjährigen Buchtagen war sicherlich DAS Zukunfts-Thema “ Meta“-Datenbank. Nicht zu verwechseln mit „Mega“-Datenbank, wie MVB Geschäftsführer Ronald Schild überdeutlich anmerkte. Vermutlich schon einmal vorausschauend, damit die Erwartungen an diese auch nicht zu hoch sind. Dieser Meta-Datenbank zu Grunde liegt, unter anderem, das VLB – das Verzeichnis lieferbare Bücher – wobei das Wörtchen „lieferbar“ im Titel für reichlich Diskussionen sorgt. So zeichnet sich zum Beispiel das VLB eher damit aus, dass auch vergriffene Bücher als lieferbar angezeigt werden. Damit das VLB aber einer Mega – pardon – Meta-Datenbank würdig ist, müssen diese Fehler natürlich behoben werden. Zusätzlich sollen metamäßig noch weitere Informationen hinzugefügt werden. Und damit der Kunde, ach nein… der Buchhändler, diesen Unterschied auch gleich erkennt, wird das VLB dann auch umbenannt. Der neue Name ist VLUNLBUNBSAUD – Verzeichnis lieferbarer und nicht lieferbarer Bücher und nicht Bücher sowie analog und digital.

Aber ich glaube, da habe ich doch etwas falsch verstanden, der neue Name ist VLB Plus. Oder VLB Plus Plus, denn es könnte sein, dass es VLB Plus schon einmal gegeben hat. Und egal ob Plus oder Plus Plus, das Plus steht für zusätzliche Informationen, wie auch immer diese aussehen mögen. Das Plus kann ja alles bedeuten, da muss man sich ja nicht unbedingt vorher schon so genau festlegen. Es heißt ja auch schließlich nicht VLB „Plusquamperfekt.“

Ich merke schon, so richtig einfach ist das mit dem Namen nicht, also habe ich mir überlegt – ich nenn sie „Heinz“!

Und wie bei Kindern, die neugeboren werden und denen man einen hübschen Namen gegeben hat, fragt man sich, was aus ihnen wohl werden wird. Wird es groß oder klein, dick oder dünn, intelligent oder nicht so, erfolgreich oder erfolglos, wird es Banker oder geht es an die Börse, wird es viele Freunde haben und/oder wird es ein Nerd?

Vieles davon können Eltern beeinflussen oder versuchen es zumindest. Unbestritten allerdings ist, dass die Entwicklung viel Geld kostet. Und damit sind dann auch Ziele verbunden, zumeist emotionale, aber auch ganz monetäre, schließlich bezahlt der Banker oder Nerd in Zukunft hoffentlich mal die eigene Rente.

Wobei wir wieder bei Heinz sind. Ob Heinz viele Freunde haben wird und ob Heinz die Zukunft der Buchhändlerinnen und Buchhändler sichern wird? – Die Erwartungen sind hoch.

Heinz soll neben vielen Informationen auch Marktdaten, Verlagsdaten und Rezensionen bieten. Und vielleicht wird Heinz auch in einen schönen Shop eingebettet, in dem neben Lieferbarkeitsmeldungen auch die Verfügbarkeit in stationären Buchhandlungen angezeigt werden kann, soll oder wird. Ob es eine Verknüpfung gibt, ein nicht lieferbares Buch gleich antiquarisch zu bestellen, das weiß Heinz noch nicht. Ob dies wichtig ist, auch nicht. Heinz glaubt aber schon, denn der Kunde will ja das Buch und oder Inhalt.

Für mich wäre Heinz ein Projekt. Mit einem klaren Ziel. Ohne die Befürchtung, wenn das Geld nicht reicht, bleibt Heinz in der KITA stecken. Wenn man auf einer Crowdfunding Plattform ein Projekt einstellt, für das man 50.000€ benötigt, dann bekommt man als Startuper keinen einzigen Euro, wenn nur 40.000€ zusammenkommen. Klingt logisch, denn mit Minus 10.000€ wird man den Finanzierungsplan nicht einhalten können und das Projekt würde scheitern.

Wenn ich als Buchhändlerin oder Buchhändler eine Idee habe und es als Projekt an den Start bringe, dann habe ich vorher ermittelt, welchen Mehrwert ich dadurch haben werde. Zum Beispiel eine Umsatzsteigerung von X Prozent. Dann weiß ich genau, was ich bereit bin zu investieren oder wenn es zukunftsweisend ist, was ich investieren muss, um zu bestehen. Ein „Nice to have“ sollte es nicht mehr geben – höchstens abends in der Kneipe beim Bier.

Ein kühles Bier? – Nice to have! 🙂

Wie aus „And the winner is…“ doch noch „And the winners are…“ wurde

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Nach einer Woche toller „Blogger schenken Lesefreude“ Erfahrungen, darf ich heute nun endlich zur Auslosung schreiten. In der vergangenen Woche habe ich ganz viele tolle neue Blogs kennengelernt und erlebt, welchen hohen Stellenwert das Buch für die meisten von uns noch hat, egal ob gedruckt oder digital. Und mit keiner anderen Aktion hätte man den Welttag des Buches besser feiern können – an dieser Stelle unbedingt noch einmal ein großer Dank an die beiden Organisatorinnen, an Ihre Idee, Umsetzung und Mühe!

Besonders freue ich mich, dass so viele Leserinnen und Leser mit so charmanten Kommentaren in meinen Lostopf gehüpft sind, und am liebsten würde ich das tolle Buch jedem von Euch schenken. Das geht natürlich leider nicht 🙂
Aber zumindest sind es ganz spontan zwei Exemplare des Titels geworden, die ich jetzt verschenke. Als ich nämlich heute die gebundene Ausgabe käuflich erwerben wollte (mein Exemplar behalte ich natürlich), gab es in meiner Buchhandlung allerdings nur die Taschenbuchausgabe. Also habe ich entschieden, zwei Taschenbücher zu verlosen. Bei all den tollen Kommentaren bin ich froh, dass ich mich nicht selbst für zwei Gewinner entscheiden musste, das wäre mir nämlich sehr schwer gefallen. Und somit hat die Entscheidung das Los übernommen…

And the winners are:

Nadin und
carmen m.

Herzlichen Glückwunsch!!!!!!

Ihr bekommt von mir auch noch eine Mail…die Gewinnbestätigung sozusagen 🙂

Liebe Grüße und viel Spaß mit „Next“ von Miriam Meckel
Anja

P.S. An alle anderen herzlichen Dank fürs Mitmachen!

Gewinnspiel zum heutigen Welttag des Buches

Update – 23.April 2013 – Update – 23.April2013 Update – 23.April 2013

Guten Morgen Ihr lieben Bücherfreundinnen und Bücherfreunde,

heute verlose ich zum Welttag des Buches, wie unten angekündigt, das Buch „Next“ von Miriam Meckel. Wenn Ihr dieses tolle Buch gewinnen möchtet, dann hinterlasst ab jetzt einfach einen Kommentar unter diesem Blogeintrag. Mein Wahllokal schließt am 30.April um 19.00h. Danach werde ich in meinem Blog den ausgelosten Gewinner verkünden. Viel Glück und jede Menge Spaß am Welttag des Buches – los geht´s! Liebe Grüße Anja

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Am 23.April ist Welttag des Buches. Hierzu ist die Aktion Blogger schenken Lesefreude ins Leben gerufen worden, bei der ich mich spontan angemeldet habe. Ende Februar habe ich dazu schon kurz in meinem Blog geschrieben.
Heute möchte ich Euch dann auch mitteilen, welches Buch ich am 23. April verlosen werde. Ich verlose das Buch „Next – Erinnerungen an eine Zukunft ohne uns“ von Miriam Meckel aus dem Rowohlt Verlag. Eine Rezension zu diesem Buch könnt Ihr hier von mir lesen. Dieses Buch ist extrem spannend geschrieben, eine Mischung aus Science Fiction, Krimi und Sachbuch, und dies wäre alleine schon ein großartiger Grund es zu lesen. Dieses Buch und das Thema liegen mir aber aus gesellschaftlicher Sicht sehr am Herzen und deshalb freue ich mich, wenn auch Ihr Euch dafür interessiert und Euch am 23.April in meinem Blog um „Next“ bewerbt.
20130418_112302
In diesem Buch werden Szenarien beschrieben, wie wir zukünftig unser Leben immer mehr aus den Händen geben, immer mehr Daten preisgeben und irgendwann mit dem Digitalen verschmelzen. Das erschreckende ist, dass es keine futuristischen Utopien sind, sondern alle beschriebenen Technologien gibt es heute schon oder sind in Bearbeitung. Aber eine Debatte über unsere Gesellschaft der Zukunft gibt es nicht. Das finde ich sehr erstaunlich. Die Politik ist überfordert und schafft es nicht einmal Rahmenbedingungen für Geschäftsmodelle im Internet, insbesondere Arbeitsbedingungen und Steuerrecht, anzupassen, und in der Öffentlichkeit gilt jeder, der diese Gefahren oder schlicht Herausforderungen der Zukunft anspricht, schnell als Internetgegner. Der Gedanke, dass dies aber extrem notwendige Denkprozesse sind, um unsere Zukunft frei und demokratisch zu gestalten, bleibt auf der Strecke, leider. Also ergeben wir uns ziemlich blauäugig – und geben uns damit bedingungslos in die Hände von großen Unternehmen, deren Bestrebungen und Erfindungen ausschließlich einem dienen, nämlich der absoluten Gewinnmaximierung. Ich denke nicht, dass Google die Datenbrille „Glass“ erfindet, um einen Dienst an der Menschheit und der Gesellschaft zu erbringen…
Ich freue mich sehr über Eure Bewerbungen am 23.April. Und wenn die Gewinnerin oder der Gewinner das Buch dann auch noch in seinem Blog rezensiert oder weiterempfiehlt, dann freut mich dies umso mehr! 🙂
Liebe Grüße aus Berlin, Anja

Blogger schenken Lesefreude

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Am 23.April ist Welttag des Buches. Hierzu ist die Aktion Blogger schenken Lesefreude ins Leben gerufen worden, bei der ich mich spontan angemeldet habe. Ende Februar habe ich dazu schon kurz in meinem Blog geschrieben.
Heute möchte ich Euch dann auch mitteilen, welches Buch ich am 23. April verlosen werde. Ich verlose das Buch „Next – Erinnerungen an eine Zukunft ohne uns“ von Miriam Meckel aus dem Rowohlt Verlag. Eine Rezension zu diesem Buch könnt Ihr hier von mir lesen. Dieses Buch ist extrem spannend geschrieben, eine Mischung aus Science Fiction, Krimi und Sachbuch, und dies wäre alleine schon ein großartiger Grund es zu lesen. Dieses Buch und das Thema liegen mir aber aus gesellschaftlicher Sicht sehr am Herzen und deshalb freue ich mich, wenn auch Ihr Euch dafür interessiert und Euch am 23.April in meinem Blog um „Next“ bewerbt.
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In diesem Buch werden Szenarien beschrieben, wie wir zukünftig unser Leben immer mehr aus den Händen geben, immer mehr Daten preisgeben und irgendwann mit dem Digitalen verschmelzen. Das erschreckende ist, dass es keine futuristischen Utopien sind, sondern alle beschriebenen Technologien gibt es heute schon oder sind in Bearbeitung. Aber eine Debatte über unsere Gesellschaft der Zukunft gibt es nicht. Das finde ich sehr erstaunlich. Die Politik ist überfordert und schafft es nicht einmal Rahmenbedingungen für Geschäftsmodelle im Internet, insbesondere Arbeitsbedingungen und Steuerrecht, anzupassen, und in der Öffentlichkeit gilt jeder, der diese Gefahren oder schlicht Herausforderungen der Zukunft anspricht, schnell als Internetgegner. Der Gedanke, dass dies aber extrem notwendige Denkprozesse sind, um unsere Zukunft frei und demokratisch zu gestalten, bleibt auf der Strecke, leider. Also ergeben wir uns ziemlich blauäugig – und geben uns damit bedingungslos in die Hände von großen Unternehmen, deren Bestrebungen und Erfindungen ausschließlich einem dienen, nämlich der absoluten Gewinnmaximierung. Ich denke nicht, dass Google die Datenbrille „Glass“ erfindet, um einen Dienst an der Menschheit und der Gesellschaft zu erbringen…
Ich freue mich sehr über Eure Bewerbungen am 23.April. Und wenn die Gewinnerin oder der Gewinner das Buch dann auch noch in seinem Blog rezensiert oder weiterempfiehlt, dann freut mich dies umso mehr! 🙂
Liebe Grüße aus Berlin, Anja

Warum BUY LOCAL meiner Meinung nach nicht funktionieren wird

Buy Local ist eine Initiative von unabhängigen Buchhändlerinnen und Buchhändlern, die sich im Sommer letzten Jahres gegründet hat. Man kann auch sagen, die mit dem Eichhörnchen. Der Film Buy Local – Explainity auf Youtube erklärt uns in knapp 3 Minuten die Hintergründe und was es mit dem Eichhörnchen auf sich hat. Für alle, die das nicht wissen, Eichhörnchen sind fleißige Tiere und „arbeiten“ für ihre Umwelt. Und genau das tun die unabhängigen Buchhändler und Einzelhändler auch, und zwar nur DIE. Und damit das auch jeder versteht, gibt es auch gleich ein Gütesiegel, mit dem lustigen Eichhörnchen darauf. Siehe hier. Ach nein hier! Die Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, den lokalen Einzelhandel zu stärken und uns Kunden zu belehren. Denn es soll bei uns Kunden ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, wo wir einkaufen und welche politischen, gesellschaftlichen und sozialen Auswirkungen unsere Kaufentscheidungen haben. Mensch, hätte es diesen Zusammenschluss schon eher gegeben, so gäbe es sicherlich auch noch die guten alten Tante Emma Läden in unseren Dörfern und Städten und wir müssten nicht kilometerweit fahren, um in den bösen Supermärkten einzukaufen. Das haben wir leider vergeigt, wir Kunden.

Die Idee und der Antrieb dahinter ist sicherlich leicht nachvollziehbar. Nur leider kann dies schon alleine aus drei wichtigen Gründen nicht funktionieren:

1. Diese Initiative ist nicht aus Kundensicht gestartet worden, sondern aus Sicht der Einzelhändler. Und der Kunde mag durch lebenslange Sozialisierung durch Werbung, Internet und Outlet Stores schon so einiges gewohnt sein, aber er wird dennoch schnell merken, dass es hier um sehr viel geht, auch um sehr viel richtiges, aber um eins geht es nicht, um ihn als Kunden.
2. Der Markt selber kann seine Konsumenten nicht auf sozialer und gesellschaftlicher Ebene ansprechen. Kein Markt kann dies wirklich. Denn egal, wie man diese Aktion dreht und wendet, wie groß die gesellschaftliche Verantwortung und lokale Verbundenheit auch sein mag, Ziel ist es, damit Geld zu verdienen und nicht die Städte oder gar die Welt zu retten. Es ist unanfechtbar richtig, dass sich unsere Innenstädte weiter verändern werden, wenn immer mehr Verbraucher Online einkaufen. Und tief in seinem Herzen weiß dies auch jeder Verbraucher, allerdings gibt es die große gesellschaftliche Plage namens Bequemlichkeit, die alle rationalen Herangehensweisen außer Gefecht setzt.
3. Und dann gibt es noch eine entscheidende Schwachstelle von Buy Local. Der Verein selber entscheidet, wer dazu gehört und wer nicht. Schlimmer noch, er bewertet, was gut und böse ist. Großer Filialist = Böse ABER Kleines inhabergeführtes Lädchen = Gut Und wie es in dem obigen Werbefilm ausgedrückt wird, schaffen auch nur die inhabergeführten Geschäfte Arbeitsplätze und genau diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können in ihrer Stadt auch wieder Geld ausgeben. Zwei Punkte verstehe ich allerdings noch nicht ganz. Wer kontrolliert jetzt, ob diese das dann auch brav tun und nicht gemeinerweise im Nachbarstädtchen ihr lokal verdientes Geld ausgeben? Und wer arbeitet jetzt eigentlich in den anderen, den bösen Geschäften? Roboter? Wenn das so ist, dann muss ich sagen, sind diese gar nicht so schlecht gelungen. Sehr freundlich und kompetent in den meisten Fällen und sie unterscheiden sich irgendwie so gar nicht von den richtigen Verkäufern.

In erster Linie verdeutlicht diese Initiative nur eines, nämlich wie dumm und rücksichtlos wir Kunden sind. Lassen uns lieber in großen Geschäften anranzen, als uns in den unabhängigen Kleinen liebevoll unser Geld abknöpfen zu lassen. Sitzen gemütlich zu Hause und treffen im Internet unsere Kaufentscheidung, nachdem wir uns durch Kundenrezensionen haben beraten lassen, statt in die Innenstadt zu fahren, Parkgebühren zu spenden und dem Eichhörnchen das Lebensumfeld zu bieten, das es anscheinend benötigt… Sprit und Abgase.

Schlussendlich denke ich, werden wir Kunden uns gerne überzeugen lassen, unser Kaufverhalten wird sich allerdings immer an unseren eigenen Wertevorstellungen und unserem persönlichen Nutzen orientieren.
Die nächste Initiative ist sicherlich „Fahrt mehr deutsche Autos von Mercedes und VW, denn nur unsere Mitarbeiter sind aus Deutschland“. Ach ne, da habe ich jetzt was verwechselt.

Kurze Anmerkung zu mir:
„Im Mittelpunkt meines beruflichen und persönlichen Interesses steht der Kunde und Mensch in einer sich wandelnden analogen und digitalen Welt“

Ich habe in den letzten 20 Jahren in einem inhabergeführten Buchhandelsunternehmen gearbeitet. Meine Auseinandersetzung mit diesem Thema ist allerdings mit meinem persönlichen gesellschaftlichen Denken verbunden und mit meiner beruflichen Erfahrung, dass der Markt seinem Kunden nicht vorschreiben kann, wie er sich zu verhalten hat. Er kann allerdings attraktive Anreize schaffen…
Global meets local

Kleiner Nachtrag:
Als Reaktion auf diesen Blogeintrag kam eine Interviewanfrage vom buchreport zu „Buy Local“. Readmore