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Bookshop.org

Anfang des Jahres gründete Andy Hunter in den USA den Online-Buchladen bookshop.org als Indie-Alternative zu Amazon. Es gab schon reichlich erfolglose Versuche mit alternativen Angeboten die Buchwelt zu retten und die Diversität in all ihren Facetten zu erhalten, aber Bookshop verfolgt erstmals solch eine simple wie revolutionäre Strategie, dass es diesmal eine echte Alternative werden könnte.

Und CEO Andy Hunter kennt sich in der Branche bestens aus, er ist der Gründer des gemeinnützigen Verlags Electric Literature, Gründungspartner und Herausgeber der Website LitHub sowie Mitbegründer und Herausgeber von Catapult.

Die Corona Pandemie hat den Erfolg von Bookshop ordentlich angekurbelt und hat somit seine dringende Notwendigkeit im Zeitraffer bewiesen.

Die ursprüngliche Prognose des Gründers lag bei 30 Millionen Dollar Umsatz in zwei Jahren. Nun wird vermutlich schon der erste Jahresumsatz bei mindestens 4o Millionen liegen.

Hier meine Big Five, warum ich davon überzeugt bin, dass wir auch für den deutschen Buchmarkt solch einen Online-Buchladen brauchen.

1. Bookshop ist ein Online-Buchladen mit dem Ziel, lokale, unabhängige Buchhandlungen finanziell zu unterstützen. 

Diese sympathischen Versuche mit Herz scheiterten in der Vergangenheit meist an einem wenig skalierbaren Geschäftsmodell und daran, dass die Nutzerfreundlichkeit für Kund*innen eher sehr schlecht war. Weder die Kaufprozesse noch die Attraktivität der Plattformen selbst waren in irgendeiner Form überzeugend. Nur was wenig Spaß macht, rettet die unabhängige Buchwelt, so lässt es sich gut zusammenfassen.

Bei allem guten Willen ist das leider keine gute Basis für eine leidenschaftliche Geschäftsbeziehung und der 1-Click-Kauf bei Amazon schneller erledigt, als das schlechte Gewissen sich melden kann oder man in den Bus eingestiegen ist. Das alles ist bei Bookshop selbst in der Beta Version schon brutal nutzerfreundlich und wunderbar übersichtlich.

2. Der größte Unterschied besteht darin, wie die Gewinne aufgeteilt werden – transparent und einfach.

Als Kundin muss ich mich gar nicht lange damit beschäftigen, wen ich mit meinem Kauf retten möchte und wenn ja, wie viele. 

Zehn Prozent des Gesamtgewinns werden alle sechs Monate unter unabhängigen Buchhandlungen aufgeteilt, dafür muss der Buchladen nichts weiter tun, als sich auf der Plattform zu registrieren und ich als Kundin nichts weiter tun, als das Buch im Bookshop bestellen.

Partner-Buchhandlungen, die online über Bookshop verkaufen, indem sie über ihre Webseite, Social Media oder Rezensionen auf die Plattform weiterleiten, verdienen 30 Prozent an allen Verkäufen, die sie so generieren, ohne dass sie selbst in die Logistik eingebunden sind.

3. Kuratierte Themen im Online-Buchladen mit hoher Aktualität und großer Vielfalt.

Für mich ist das einer der wenigen Shops, in dem ich tatsächlich mit Spaß nach Büchern stöbern möchte und wie in meinem Buchladen um die Ecke natürlich immer mehr finde, als ich eigentlich kaufen wollte. Was Inspiration, Übersichtlichkeit und Buchfreude angeht, landet auf einer Skala von 1 bis 10 Bookshop für mich mindestens auf 8, Amazon lediglich auf 2. 

Und deutsche Buchplattformen spielen höchstens im Mittelfeld mit, sie bieten zu wenig Übersichtlichkeit, kaum Fokussierungen und selten zufällige und lebenswichtige Buch-Begegnungen. Meistens bin ich einfach nur froh, wenn ich das finde, was ich suche.

4. Buchkäufe sollen von Amazon abgezogen werden und nicht den stationären Buchhandel schwächen.

Das ist die eigentliche Idee, um die es geht – nach und nach von Amazon wieder Umsatzanteile bei Büchern zurückzugewinnen. Nur so, und nur so, lässt sich auch in der Zukunft eine vielfältige Buchhandelslandschaft erhalten. Auf Amazon entfallen in den USA 70 Prozent der Online Buchverkäufe, auch im deutschen E-Commerce steht Amazon beim Verkauf physischer Bücher und Hörbücher mit 53 Prozent an erster Stelle.

5. Buchhandlungen sind für eine gesunde Kultur und eine gefestigte Demokratie unerlässlich. 

Sie sind der Ort, an dem Schriftsteller*innen mit Leser*innen in Kontakt miteinander treten können, an dem wir neue Bücher entdecken, an dem Kinder von der Faszination des Lesens gefesselt werden, die ein Leben lang anhalten kann.

Sie sind Treffpunkt und Oasen in unseren Innenstädten und wenn sie gut gemacht sind, auch online im Netz. Buchläden sind wie geistige Tankstellen, das hat schon Helmut Schmidt erkannt. Und so wie Benzin langsam abgelöst wird von nachhaltigeren und umweltfreundlicheren Antriebsarten, so werden sich auch Bücher und die Art und Weise, wie wir Texte aufnehmen zukünftig verändern, aber Bücher als Zapfsäule für Geschichten und Wissen werden erhalten bleiben. Und Orte an denen wir sie suchen und finden. Analog wie digital.

Du siehst sofort bei deinem Kauf, mit welchem Betrag du unabhängige Buchläden unterstützt!

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