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Wer uns unserer Träume beraubt, beraubt uns unseres Lebens

Ich bin Buchhändlerin aus Leidenschaft und der Zukunft des Buches zugewandt, klingt abgedroschen, aber isso (würde mein Neffe jetzt sagen). Digitalisierung in der Buchbranche bedeutet mehr als das Lesen von eBooks. Die Transformation ist sehr komplex – besonders mit einem Monopolisten wie Amazon im Rücken, aber am Ende ist es eigentlich auch ganz einfach: tolle Bücher wunderbarer Autor*innen mit einzigartigen Leserinnen und Lesern zusammenbringen und die Menschen entscheiden lassen. Mit Selbstbewusstsein und Vertrauen werden wir die Buchhandelswelt auch in Zukunft gestalten.

Politik und Soziologie sind meine zweite Leidenschaft und sind mit meiner Buchwelt eng verwoben. Gerade in einer Zeit, in der Diskrimnierung, Populismus und Hass unsere Demokratie gefährden, sind Bücher und das Lesen von Texten und Geschichten für das Fortbestehen unserer Gesellschaft essentiell.

Clickbaiting und das schnelle Scrollen durch 280-Zeichen-Tweets führen nicht unbedingt zu einer ausgewogenen Meinungsbildung, was ganz nebenbei auch nicht unsere Konzentration und Aufmerksamkeit fördert.

Meine persönliche Überzeugung vom Lebenslangen Lernen hat mir geholfen, mit 41 Jahren meine Buchhandelskarriere etwas beiseite zu kicken und mich zu trauen Politikwissenschaft, Verwaltungswissenschaft und Soziologie zu studieren. Das Studium habe ich nach vier Jahren mit meiner Bachelor-Arbeit in Soziologie „Bedingungsloses Grundeinkommen. Risiken und Chancen für die Geschlechtergerechtigkeit.“ erfolgreich und mit Bestnote (Yeah) abgeschlossen.

Die Romantik des Studiums habe ich danach samt Blauer Blume gegen hartes Changemanagement im Buchnebenmarkt eingetauscht. Die Führung des Unternehmens in bewegter Zeit und das Verhandeln mit harten Bandagen, nicht nur im Lebensmittelhandel und der Drogeriewelt, haben mich persönlich noch einmal ziemlich nach vorne gepusht, für diese Erfahrung bin ich sehr dankbar.

Nun ist es aber Zeit für meinen großen Traum: Die Buchhandlung der Zukunft als analoges und digitales Startup entwickeln und in die Welt bringen. Auch wenn mich eine Pandemie noch einmal kurz durchgerüttelt hat, hoffe ich noch Ende des Jahres die Startup-Türen eröffnen zu können.

Ganz nach dem Motto „Wer uns unserer Träume beraubt, beraubt uns unseres Lebens.“ (Virginia Woolf).

Anja Urbschat, im Mai 2020